Ich nehm' mir oft ein Buch mit in die Badewanne.Im Moment ist das „Das Tao der Physik“ von Fritjof Capra.
Gestern ging es kurz um Meditation. Capra sagt, dass er wunderbar beim Skifahren meditieren kann. Weil man einfach an nichts denkt. Wenn man das Skifahren beherrscht, verschwendet man keine Gedanken mehr daran zu überlegen, wie man sich nun am besten bewegt, um die steile Kurve da vorne auch zu meistern. Macht man ja beim Fahrrad fahren auch nicht, so nach dem Motto: „Da vorne ist eine Kreuzung, da muss ich gleich in die Eisen gehen, sonst bin ich wohlmöglich platt“ Man tut es einfach, ohne daran zu denken, es ist ein Automatismus.
Auf der anderen Seite hat man aber auch nicht genügend Denk-Reserven, um sich mit großen Fragen des Lebens (oder der Frage was man denn später noch alles noch einkaufen muss) zu beschäftigen. Die Gefahr und damit auch der Respekt, jemand anderen zu übersehen und/oder einfach unaufmerksam über den nächsten Hügel zu fahren und sich hinzupacken, ist zu groß.
Ausserdem habe zumindest ich auch einfach viel mehr Vergnügen an der tollen Landschaft als an der Einkaufsliste.
Und da wurde mir klar was meditieren ist. „Nicht denken, machen“ schoss in meinen Kopf. Wie beim Musik machen: Wer anfängt zu denken, wird sich früher oder später verspielen. Diese Dinge funktionieren ohne den uns vertrauten Verstand und das Bewusstsein..
Dieser Zustand ähnelt dem, in dem sich ein Karate-Meister o.ä. befindet, bevor er das Holz bzw. den Stein mit der bloßen Hand zerschmettert. Oder dem Zustand, den ein jeder Mensch erreicht, wenn er kurz vorm Einschlafen ist, aber eben noch nicht ganz eingeschlafen ist. Oder dem Millisekunden-Augenblick, in dem Menschen einen gerade gehörten Witz verstehen. Oder dem Moment, in dem einem das „Es liegt mir auf der Zunge“ schlagartig einfällt.
Ich werde mir jetzt bewusster meinem Bewusstsein bewusst werden – ganz Unbewusst.

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